Ausflüge und Sehenswürdigkeiten
Empfehlungen:
Chianti und Dintorni. Um den Chianti “richtig” zu bereisen, sollte man sämtliches Kartenmaterial zu Hause lassen und sich einfach von der faszinierenden Landschaft verführen und treiben lassen. Manches Mal empfiehlt es sich auch einen kleinen Halt zu machen, um mit den stolzen und klugen Bauern ein paar Worte zu wechseln, die im Sommer draußen vor ihren Häusern sitzen und immer für ein Pläuschchen zu haben sind. Selbstverständlich empfehlen wir auch die vier bedeutendsten Städte des Chianti zu besichtigen: Castellina in Chianti, Radda in Chianti, Gaiole und Greve in Chianti. In den mittelalterlichen Ortschaften sollte man unbedingt in einem der vielen familiären Restaurants ein typisches toskanisches Gericht probieren.
Nur 2 Kilometer in Richtung Siena vom Agriturismo Amina entfernt, empfehlen wir einen Zwischenstopp in der Certosa di Pontignano. Die einzige Kartause in Italien mit drei Kreuzgängen, gehört heute zum Besitz der Universität Siena und ist Veranstaltungsort für bedeutende Kongresse von internationalem Niveau.
Siena und seine Gässchen. “Schaue ich mir die alten Paläste Sienas an, steinalte Gebäude in denen ich nur zu gerne einen Tag wohnen würde, mit einem Fenster, das nur mir gehört, mit grünen Fensterläden und vis à vis zu den tonfarbenen Dächern, scheint es mir, wie ein Versuch, das Geheimnis das Siena umgibt, zu entschlüsseln. Uns gleichsam in dem ich es spüre, wird mir klar, dass ich es mein Leben lang nie verstehen werden.” (Josè Saramago, Nobelpreisträger)

Außer den obligatorischen Ausflugszielen wie die Piazza del Campo, der Dom und die verschiedenen Paläste und Akademien, empfehlen wir einen Abstecher in die “Enoteca Italiana” in der Fortezza Medicea. Zur Erinnerung hier noch einmal die Daten des Siener Palio: Jedes Jahr am 2. Juli und 16. August. Nicht zu verpassen: ein Besuch der alt-ehrwürdigen Bar NANNINI in der Via Banchi di Sopra 24.
Monteriggioni, Colle val d’Elsa, San Gimignano e Volterra
Wie an einer Perlenkette reihen sich diese Städte eine nach der anderen von Siena in Richtung Florenz.
Monteriggioni. Der Ort wird von Dante Alighieri der Göttlichen Komödie (Inferno, 31. Gesang) erwähnt: “Wie, wenn die Nebel sachte sich zerstreuen/Der Blick allmählich mehr und mehr erkennet/Was, luftverdichtend, ihm der Dunst verborgen/So scheucht’ er jetzt, die dicke düstre Luft/Durchdringend, wie ich mich dem Ufer nahte/Den Irrtum fort und mehrte das Entsetzen./ Denn, wie auf seinem runden Mauerkreise/Montereggione sich bekränzt mit Türmen/So ragten hier mit ihrem halben Leioe/Vom Rande, der den Brunnen rings umwindet/Die schrecklichen Giganten, die wenn es donnert/Noch jetzt vom Himmel Jupiter bedroht.” Und auch heute wirkt der Blick auf das Schloss für viele Reisende immer noch sehr beeindruckend, wie es so kühn auf Bergesgipfel in den Himmel emporragt...als wache es über die ganze sieneser Region.

Colle val d’elsa, die Glasstadt. Jedes Jahr im September findet die internationale Ausstellung zur Glasgestaltung statt, “La Tradizione del cristallo Colligiano”.Hier kann man bei der Bearbeitung heißen und kalten Glases beiwohnen und sehen, wie es geschnitten, modelliert, graviert und verziert wird. Außerdem im Programm: Weindegustationen, thematischen Ausstellungen, besondere Öffnungen der städtischen Museen und vieles mehr... Für Shoppingfreunde hat vor kurzem ein großer Outlet für Kristallartikel in der Nähe der größten Glasbläserei Colles eröffnet, dem CALP.
San Gimignano. Mit ihrem einzigartigen Panorama erhebt sich die Stadt mit ihren Türmen (334 m ü. NN) auf den Hügeln in der Region Val d’Elsa. Der Hügel, auf dem San Gimignano erbaut wurde, soll bereits von den Etruskern im Zeitalter des Hellenismus (2. - 3. Jahrhundert v. Chr.) besiedelt worden sein. Die erste urkundliche Erwähnung fand die Stadt erst im 10. Jahrhundert. Ihren Namen erhielt sie von dem heiligen Bischof von Modena, San Gimignano, der einst den Ort vor den Barbaren gerettet haben soll. Dank der günstigen Handelswege durch die „Via Francigena“, die durch San Gimignano führte, erfuhr die Stadt im Mittelalter beträchtlichen Aufschwung und eine ungewöhnliche Blütezeit für Kunstwerke, die fortan Kirchen und Klöster schmücken sollte. Nach erbitterten Kämpfen gegen Bischöfe, benachbarte Städte und nach den internen Streitigkeiten zwischen Guelfen (Ardinghelli) und Ghibellinen (Salvucci), wurde San Gimignano im Jahr 1199 zur freien Kommune erklärt. Am 8. Mai 1300 weilte Dante Alighieri, Botschafter der Guelfen, in der Toskana. Die furchtbare Pestepidemie im Jahre 1348 und die darauf folgende Bevölkerungsabnahme warfen San Gimigniano in eine schwere Krise. Zudem musste sich die Stadt auch noch Florenz unterwerfen. Aus dem zunehmenden Zerfall rettete sie sich erst, als man begann, die Schönheit der Stadt zu erkennen und ihre kulturhistorische Bedeutung in der Region. Außer den touristischen Sehenswürdigkeiten (dem Dom, Stadtpalästen und Plätzen), sollte man unbedingt ein Glas Rotwein oder frischen Weißwein genießen. Der Vernaccia di San Gimignano wird aus einer heimischen Weinsorte gewonnen und wird meist zusammen mit einem von Safran verfeinerten Gericht angeboten, der in der Umgebung von San Gimignano angebaut wird.

Volterra, eine Perle etruskischer, römischer und mittelalterlicher Kunst und Juwel der Renaissance. Hoch auf einem Hügel (550 m ü. NN) beherrscht die Stadt das gesamte Tal von Cecina bis zum Meer. Vom Zeitalter der Etrusker bis ins 19. Jahrhundert hat die Geschichte in Volterra Spuren hinterlassen: Kunstwerke und Bauwerke höchsten Niveaus können schon bei einem einfachen Spaziergang in der Altstadt bewundert werden oder bei einem Besuch in den drei Stadtmuseen: dem Museo Etrusco, der Pinacoteca Civica und dem Museo d’Arte Sacra. Neben der unberührten Landschaft und einer hohen Lebensqualität findet man hier noch ein in der Welt einzigartiges Kunsthandwerk: der Alabaster.
Pienza, Montalcino, Sant’Antimo, Bagno Vignoni und die Abbazia di Monte Oliveto Maggiore.
Pienza, die Stadt Papst Pius II. Die Geschichte der Stadt Pienza ist eng mit ihrem Gründer verbunden: Papst Pius II. Geboren wurde er mit dem Namen Aeneas Silvius Piccolomini im Jahr 1405als Sohn einer adligen Sieneser Familie, die aus politischen Gründen aus der Heimat verbannt wurde. Schon zur Zeit der Römer war die damalige befestigte Ortschaft unter dem Namen “Corsignano” bekannt und auch davor, in der Jungsteinzeit und in der Bronzezeit, haben an diesem Ort Menschen gesiedelt und ihre Spuren hinterlassen. Aeneas Silvius Piccolomini war ein bedeutender und exzellenter Humanist und machte in der Kirche eine steile Karriere. Als er zum Papst gewählt wurde, wollte er, dass sich sein Geburtsort auf ewig an sein Papsttum erinnern sollte. Doch ging es Piccolomini nicht um die Gründung irgendeiner Stadt, sondern um ein humanistisch geprägtes Stadtzentrum, das in einem starken Gegensatz zu der Stadt stehen sollte, die seine Familie so schmählich verraten hatte: Siena. Die besten Architekten und Künstler des Landes wurden für dieses ehrgeizige Stadtbauprojekt herangezogen, das nach baulichen und philosophischen Maßstäben ein Zeitalter reich an Versprechungen ankündigte: die Renaissance. In nur drei Jahren, von 1459 bis 1462, entstand Pienza, die Stadt ihres Autoren, die ideale Stadt, die utopische Stadt! Die Stadt, die “aus dem Gedanken der Liebe und dem Traum von Schönheit” entstanden ist, wie Giovanni Pascoli schrieb. Es ist schwer zu sagen, was aus Pienza geworden wäre, wenn der Papst nicht so frühzeitig in einem Kreuzzug gegen die Muslimen gestorben wäre. Es war der 14. August 1464. Nach dreieinhalb Jahren war jedoch der Kern der “Papststadt” und etwas darüber hinaus bereits geboren. “Gestohlenes Corsignan” nannte bereits Boccaccio in seiner gefeierten Novelle “Cecco di Fortarrigo” die Stadt, da sie ihren Namen und ihr Gesicht durch ihren großen Protektor erhalten hat.

Montalcino. Mächtig erhebt sich die Festungsanlage aus dem 14. Jahrhundert auf einem 567 Meter hohen Hügel und überragt damit die ganze Landschaft. Ein Labyrinth aus Gäßchen, mit Handwerkergeschäften, kleinen Cafés und Lädchen in denen typisch regionale Produkte verkauft werden, sowie natürlich der berühmte Brunello aus Montalcino. Etwas außerhalb der Stadt, in der Nähe von Castelnuovo dell’Abate, im Starciatal, finden wir die romanische Abtei Sant’ Antimo, ein kleiner, beeindruckender Tempel in einer märchenhaften Atmosphäre, gegründet von Karldem Großen im Jahr 781. In dem Gebiet gibt es außerdem zahlreiche Schlösser. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Schloss lombardischer Herkunft in Poggio alle Mura.

Bagno Vignoni. Die heißen Dampfschwaden, die von der großen Wasserpiazza strömen, tauchen den Ort in eine fast schon künstliche Atmosphäre und sind der Stolz von San Quirico. Bagno Vignoni zu besuchen, heißt eine Zeitreise zu unternehmen. Denn es ist, als würde man sich weit ab von unserer Gegenwart bewegen und alles hinter sich zurück lassen. Man atmet wirklich neue Luft, besser gesagt eine Uralte. Und dort, wo schon im 15. Jahrhundert die Heilige Katharina von Siena und Lorenzo de’ Medici, genannt „il Magnifico“, ihr Bad genommen haben, kann man eines der schönsten Panoramen der Region bewundern.
Monte Oliveto Maggiore. Heute erinnert der Ort an eine große Benediktiner-Abtei, die ohne zu leugnen zu den schönsten Traditionen der Olivetaner zählen. Alles ist geordnet und unterläuft gültigen Regeln: Beten und Arbeiten, Mittelpunkt des klösterlichen Lebens. Der "Opus Dei", die Befolgung der kirchlichen Gebote, die Liturgie - alles reinste Präzision. Das „Institut zur Buchrestauration“ steht im Mittelpunkt des aktiven Lebens und gehört heute zu einer der international gefragtesten Institutionen. Geduld, Intelligenz, Erfindungsgeist verbinden sich mit dem schönen Handwerk unserer unsterblichen Intarsienkünstler. Ein anderes Standbein war die Likörherstellung. Hier wurden schmackhafte Wässerchen mit aromatischen Kräutern nach alten Rezepten destilliert und meisterhaft von den Mönchen der Abtei verfeinert.
Veranstaltungstipps
- FESTA DEL I MAGGIO (Maifest) (Geggiano) verschiedene Veranstaltungen und gastronomisches Angebot
- CHIANTI FESTIVAL (Castelnuovo Berardenga – Juni und Juli) Musik, Theater und Tanz
- RAPPRESENTAZIONI DEL BRUSCELLO (In der Villa Chigi Saracini- letzte Woche im Juni)
Theateraufführungen in alten originalen Versformen. Oktavreimen sind jene Ausdrucksform die im Theater und Gesang die Welt der Bauern, Handwerker und des Leben auf dem Lande widerspiegelt. - CINE E CHIANTI (Castelnuovo Berardenga, in der Villa Chigi Saracini – Vorletzte Juliwoche)
Querschnitt des großen Autorenkinos: Filmvorführungen, Diskussionsrunden, Ausstellungen, Weinproben der großen lokalen Winzereien. - CALICI DI STELLE (Castelnuovo Berardenga – 10. August)
Weinproben und Verkostung lokaler Produkte, Kunsthandwerkermarkt, Kulturprogramm. - FESTA PASSATO E PRESENTE (Casetta/Monteaperti – die letzten zwei Wochen im August)
Eines der interessantesten traditionellen Feste in der sieneser Region, vor allem wegen seines reichen gastronomischen Angebots und den guten Weinen. Bei dieser Gelegenheit wird bei einem Fackelzug auch an die historische Schlacht von Monteaperti erinnert. - FESTA DEL LUCA (San Gusmè – die ersten beiden Wochenenden im September)
Auch dieses Fest verdient als eines der interessantesten Initiativen im Sieneser Raum erwähnt zu werden. Auch hier findet sich eine große gastronomische Vielfalt, die ihren Höhepunkt bei der berühmten Cena auf dem Dorfplatz erreicht und mit der Übergabe des Schildes „Silvio Gigli“ (genannt nach dem Gründer und langjährigen Leiter des Festes), an Stars aus Film und Fernsehen. - FESTA DELL’UVA (Vagliagli –letzte Septemberwoche) Der Ort Vagliagli, wo das Fest stattfindet, verwandelt sich in ein wunderschönes Schaufenster in dem sich die Traditionen, die Berufe und das normale Familienleben widerspiegelt. Das Leben auf dem Land wird hier eindrucksvoll in seiner Schönheit aber auch täglichen Mühsal dargestellt. Weinproben und –verkauf von Chiantiwein, Parade von allegorisch geschmückten Wagen, die von Frauen und Männern in traditionellen Kostümen begleitet werden.
- FESTA DELL’OLIO NOVO (Pianella – die ersten beiden Dezemberwochenenden)
Verschiedene Initiativen die sich um das olio extra vergine und das Olivenöl des Chianti drehen. Gastronomie, Tagungen, kleiner Degustationskurs für Olivenöl.
Umfangreiches Kulturprogramm, Degustationstage und Verkauf von Olivenöl, Degustation und Verkauf von regionalen Produkten.


